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"Nun habe ich dich wieder umschlungen in einer innigen Umarmung und lasse dich vorerst nicht los. Denn du bist mein, mein, mein. Mein kleiner Schatz. Meine Liebe, die ich dir schenke, ernährt sich von deinen Zweifeln und Ängsten. Und ich muss dir sagen, dass ich dich gerne umschlinge, da deine Zweifel und Ängste schmackhaft sind und klebrig zwischen meinen Lippen kleben bleiben und ich sie lasziv befeuchte um all den Rest abzulecken. Schaue ich in deine Augen, sehe ich Einsamkeit und Traurigkeit und sie erfüllen mich mit Glück und Freude und machen mich stark, so dass du in deiner schwächeren Position dich nicht wehren kannst. Ich liebe dich einfach, du bist der Nährboden meiner Liebe, du bist die Quelle meines Seins und ich will dich nie wieder verlassen."
Mademoiselle Noirceur
18.1.09 17:05


Das Gespräch mit einem Fremden


"Hallo Fräulein Seelenlos, setzen sie sich doch zu mir."
"Wie kommen Sie darauf, dass mein Nachname Seelenlos ist?"
"Das sehe ich Ihnen an der Nasenspitze an."
"Das verstehe ich nicht. Wie kann man einem Menschen den Nachnamen ansehen, zumal sie eben genau wussten, dass ich so heiße?"
"Sagen wir es so : Die Vögel von weit her zwitschern auch hier."
"Sie sind ein komischer Mann, Herr ... ?"
"Herr Unsichtbar."
"Wie ? Das ist ein sehr seltener Name. Nein, den gibt es sicherlich gar nicht, denn ich habe noch nie gehört, dass jemand Herr Unsichtbar heißt. Aber nun gut, ich verstehe, dass sie ihre Identität verschleiern wollen und ich akzeptiere das, auch wenn sie meine zu kennen scheinen."
"Das finde ich sehr nett von Ihnen, Fräulein Seelenlos. Und was treibt sie zu dieser Nachtzeit in ein derartiges Etablissement?"
"Nun, ich dachte, dass es mal an der Zeit wäre aus dem Haus zu kommen."
"Sind Sie nicht oft außer Haus, Fräulein Seelenlos?"
"Nein, leider nicht."
"Und dann suchen Sie sich gerade dieses schummrige Lokal aus?"
"Na, wenn man nicht oft draußen ist, dann scheut man zunächst einmal Helligkeit und viele Menschen. Hier hingegen ist das Klientel begrenzt und die Atmosphäre entspricht gewissermaßen meinem Zuhause."
"Nun, Fräulein Seelenlos, sie haben doch keinen Grund die Helligkeit zu scheuen! Die Sonne und das Licht würden sie lieben, da sie so entzückend aussehen."
"Ach, sie schmeicheln mir und wissen gar nicht, was sie da reden. Ich scheue bewusst die Sonne und das Licht, da ich mich als grausam empfinde. Mein Antlitz ist nur für den Mond reserviert, der die Gestalten der Nacht nur zu gut kennt. Aber was rede ich da! Ich kenne sie nicht einmal und verfalle wieder in mein melancholisches Gejammer. Entschuldigen Sie bitte vielmals, Herr Unsichtbar. Ich möchte Sie damit nicht weiter belästigen."
"Ach, wo denken Sie hin, Fräulein Seelenlos! Ich lausche Ihnen gerne zu und indem ich sie zu meinem Tisch einlud, wusste ich, was auf mich zukommen würde."
"Sie verwirren mich, aber nun gut. Was führt sie denn hierher?"
"Nun, ich sitze hier und warte auf die Menschen, die mich als fremd ansehen, und beobachte sie bis einer dazustößt und sich zu mir setzt. Heute Abend sind Sie diejenige, die es hierher verschlägt, und ihre Gesellschaft erfreut mich sehr, Fräulein Seelenlos."
"Ach, vielen Dank, Herr Unsichtbar. Ich fühle mich auch äußerst wohl an ihrem Tisch."
"Nun, liebstes Fräulein, ich würde mir wünschen, dass Sie mir sagen, was Sie genau bedrückt. Sie scheinen ja doch mit den Gedanken am Abgrund zu stehen."
"Aber..."
"Nein, fragen Sie sich nicht, woher ich meine Menschenkenntnis habe, sondern erzählen Sie mir lieber davon, was Ihnen am Herzen liegt."
"Ach wissen Sie, es ist schwierig in Worte zu fassen. Moment - es ist überhaupt nicht schwierig. Es ist einfach, wenn ich es einfach mal ausspreche, dann könnte ich es auch tun. Ich will sterben, weil ich lebe unter seelenlosen Qualen und diese zerfressen all die Gedanken und Empfindungen, die ich angesammelt habe in den wenigen Jahren meines Lebens."
"Das klingt in der Tat schwierig."
"Wieso meinen Sie das denn, Herr Unsichtbar?"
"Nun, ich stelle mir diesen Konflikt sehr schwierig vor. Das jahrelange Leben, welches man eben gelebt hat, soll man nun wegwerfen? Man hat doch all die Jahre täglich damit zugebracht zu atmen und irgendwann ist dies eine Gewöhnungssache; Nein, es ist schon von Anfang an normal und erst wenn der Sterbenswunsch auftritt, wird man sich bewusst, was das Atmen ist. Nichts Gewöhnliches, sondern etwas Benennenswertes."
"Ja, so kann man es sehen, auch wenn ich dabei nicht an das Atmen denke, sondern eher an die Tatsache zu existieren. Aber, lieber Herr Unsichtbar, ich bin mir bewusst, was sie sagen, und dieser Konflikt, der entsteht, ist in der Tat schwierig, doch auch so einfach. Verstehen Sie das von mir beschriebene Paradoxon?"
"Selbstverständlich, Fräulein Seelenlos. Aber lassen Sie sich von einem Mann wie mir sagen, dass das Einfach auch komplex erscheinen kann."
"Nun, ja... wie dem auch sei, ich danke Ihnen für ihr offenes Ohr. Ich danke Ihnen."
"Wie? Sie sind nun schon entschlossen etwas zu unternehmen?"
"Natürlich! Kann sich der schlimmste Raucher nicht auch abgewöhnen zu rauchen, wenn sein Leben in Gefahr ist? So denke ich auch. Ich werde mir das Leben in dem Sinn abgewöhnen, weil ich damit aufhöre, so dass ich nicht mehr lebe, weil das Leben an sich für mich lebensgefährlich ist."
"Fräulein Seelenlos!"
"Nein, es ist okay. Aber betrachten Sie doch bitte die Gefährlichkeit des Lebens, die es mit sich zieht. Bei mir ist es gefährlich, da es mich quält, es frisst mich systematisch auf. Was tun also ? Aufhören. Ich danke Ihnen. Ohne Sie hätte ich wahrscheinlich noch lange so weitergelebt, doch nun denke ich, dass ich den besseren Weg erkannt habe. Ich danke Ihnen vielmals und nun verabschiede ich mich von Ihnen und ich hoffe, dass Sie noch vielen Menschen so helfen können wie mir. Au revoir, Herr Unsichtbar."
"Au revoir, Fräulein Seelenlos."



12.1.09 19:56


Mademoiselle Noirceur m'a dit...

"Ich greife dich an, ich fange dich ein, ich halte dich fest. Meine Macht ist groß, meine Macht ist gewaltig und ich werde dich nicht mehr loslassen, denn du bist das Nest für mich, in dem ich mich gerne bewege, weil ich mich wohlfühle unter all deinen Gedanken, deren Schlechtigkeit mich umgibt wie eine wärmende Decke im Winter, wenn die Kälte von den Zehen bis zu den Haarspitzen einen frieren lässt. Ich liebe es mit deinen Gefühlen zu tanzen, denn diese triefen von schwarzer Schlechtigkeit und lassen mich leicht entschweben, denn die Musik dazu, die im Hintergrund tönt, ist der stumme Schrei deiner Seele, weil ich mich darin befinde und einniste und gut fühle, da genau du mir den perfekten Lebensraum schaffst [...]"
Mademoiselle Noirceur

12.1.09 19:51





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